Sarah Wiener
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Interview
Sarah Wiener

Frau Wiener, durch Ihre derzeit große Medienpräsenz hat sich Ihr Leben mit Sicherheit verändert. Welche Projekte laufen derzeit parallel und was ist für die Zukunft geplant?

Ich bin gerade auf den Weg nach Sardinien um dort einen Film zu bekochen. Dann gibt es ja noch meine 3 Restaurants, die Espressobar, unseren Partyservice und die Vorbereitung für mein neues Kochbuch, das im Frühjahr erscheinen soll.
Über neue Projekte die noch nicht in „trockenen Windeln“ sind, spreche ich nicht gern.. da bin ich abergläubisch.

Wenn ich die Speisekarten Ihrer Restaurants in Berlin betrachte, fällt mir auf, dass Sie sehr großen Wert auf frische Grundprodukte legen. In meinen Augen kochen Sie eine sehr bodenständige und ehrliche Küche ohne „Schnick-Schnack“. Was war der Grund um diesen Weg einzuschlagen?

Der wesentliche Grund war einfach genießen zu wollen!
Es war ganz einfach das Bedürfnis sich gut und vielseitig ohne Chemie und Zusatzstoffe ernähren zu wollen. Ich wollte in meine Restaurants eine Küche, die ich selber jeden tag essen möchte. Abwechslungsreiches, einfaches Essen, von dem jeder sicher sein kann, weder Fertigprodukte, noch Glutamat essen zu müssen und dadurch einfach auch unverfälschten Geschmack auf den Teller hat.

Gab es bestimmte Personen in Ihrer Karriere, die Ihnen aus rein beruflicher Sicht die Augen geöffnet oder geprägt haben?

Geprägt haben mich ihn erster Linie meine „belle-mere“ (meine Stiefmutter) und einige ältere Damen, mit denen ich länger zusammen kochen durfte. Sie waren alle geniale Autodidakten, die mit großer Liebe die köstlichsten Speisen gezaubert haben. Es duftete und sah immer so appetitlich aus. Damals habe ich auch begriffen wie köstlich z.B. eine Rinderzunge sein kann- wenn man eben kochen kann...

Wer Ihr Kochbuch „Kochen mit Sarah Wiener“ etwas genauer ließt, bekommt einen Eindruck über Ihren Werdegang und Ihre Philosophie. Ist es in Ihren Augen schwer, als Idealist seinen Vorstellungen im harten und oft unbequemen Geschäftsalltag treu zu bleiben? Und woraus ziehen Sie die größte Motivation?

Ich glaube, dass man als Koch eine Verantwortung für den Gast hat.  Du bist was du isst!- Essen ist wesentlich. Ich möchte niemanden etwas zumuten, was ich mir nicht selbst zumute. Meine Ideen und Vorstellungen von gutem Essen zu verwirklichen und dann  in glückliche Gesichter von den Essern zu sehen, kreativ sein zu dürfen und ausprobieren zu können Das ist die größte Motivation.

Ich persönlich schätze Ihre Natürlichkeit und den respektvollen Umgang mit traditionellen und frischen Lebensmitteln. Erhoffen Sie sich über die Fernsehauftritte, dies auch ein Stück in den Köpfen der Zuschauer zu verankern?

Auf jeden Fall!  Ich finde es erstrebenswert, wenn Köche, die eine Medienpräsenz haben,  ihre Popularität in den Dienst der Sache stellen und versuchen den Menschen ein Bewusstsein für Qualität und für das Kochen allgemein zu wecken. Qualität hat für mich immer etwas mit Genuss zu tun.

Wo glauben Sie, liegt heute das größte Problem in der Esskultur der Deutschen ?

Wir achten zu wenig auf Qualität. Vielen Menschen ist auch nicht bewusst, wie befriedigend und erfüllend selber kochen sein kann. Ich halte auch die Globalisierung im Essen für eine großen Verlust aller regionalen Speisen. Diese ewige Gleichmacherei des Geschmackes lässt mich mit Grausen an die Zukunft denken.

Mit welchem Gericht kann man Ihnen eine wirklich große Freude bereiten?

Ich habe nicht „das ultimative“ Gericht.  Ich esse im Sommer anders als im Winter, Abends anders als Mittags.
Ich liebe es zu schlemmen und mich von Gerüchen und Aussehen von Speisen verführen zu lassen. Ich habe eine großes Schwäche für die mediterrane Kusche – und natürlich für  süße Mehlspeisen.

Um auch auf´s Thema Wein zu kommen: Welcher Stellenwert hat ein gutes Glas Wein in Ihrem Leben und welcher Wein hat Sie zuletzt am meisten beeindruckt?

Ein gutes Glas Wein..- gern- und öfter. Gestern habe ich einen blauen Zweigelt vom Weingut Dolle getrunken - köstlich! Ich mag die Österreicher, und viele andere. aber ich bin kein großer Weinkenner.

Haben Sie für meine Kunden noch ein leckeres und einfach nachzukochendes Herbstrezept parat?

Auf die Schnelle leider nicht, weil ich jetzt zum Flieger muss.

Ganz herzlichen Dank für das nette Gespräch!
Ihnen weiterhin alles Gute, viel Erfolg und bleiben Sie den kulinarischen Volke bitte treu. Personen wie Sie, tun einfach gut!


Ich werde mich bemühen!