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Interview JOSEF EHMOSER
Guten Tag Herr Ehmoser, es freut mich sehr, dass Sie sich für dieses Gespräch, so kurz nach der Lese Zeit genommen haben. Ihren Rotwein "PRIMISSIMO"
habe ich mir als "WEIN DES MONATS" ausgesucht. Trotz Ihrem Schwerpunkt Weißwein spielt dieser vorzügliche Rote seine Stärken wunderbar aus. Wie groß sehen Sie persönlich das
Potenzial für Rotweine in Ihrer Region, und was schätzen Sie selbst am Primissimo?
In unserer Region sehe ich ein sehr großes Potenzial für Rotweine,
allerdings nur bei Einhaltung gewisser Regeln: Ertragsreduzierung, optimale Weingartenarbeit, schonende Kellerarbeit und auch gute Lagen aus vorwiegend Löss, Schotter und Tegel sind sehr wichtig. Außerdem braucht
der Ausbau von
sehr guten Rotweinen ein gewisses Gefühl für Diesen. Am
Primissimo schätze ich seine tiefe Farbe, seine Kraft ohne die Eleganz zu verlieren und vor allem seine schmeichelnde Fruchtstruktur.
Bei uns in Deutschland kann ich Sie noch als
"Newcomer" bezeichnen. Um Sie unserer Kundschaft ein bisschen vorzustellen haben wir diesen Weg gewählt. Erzählen Sie uns bitte Ihren Werdegang und Ihre Stationen?
Unser Betrieb umfasst zur Zeit 10 ha Rebfläche, 2 ha werden aber erst in den nächsten 2 Jahren neu bepflanzt. Die Weinbergspflege teile ich mir mit meinen Eltern. Nach der Weinbauschule in Krems absolvierte ich ein
Praktikum bei Sepp Mantler in Gedersdorf. Außerdem nahm ich die vielen guten Ratschläge meiner erfahrenen Eltern an, was für mich oft wichtiger erscheint als die auf der Schulbank die Theorie zu pauken. Vor der
praktischen, jahrzehntelangen Erfahrung habe ich großen Respekt.
Die Weine Österreichs müssen bei uns sehr aktiv verkauft werden. Die
Nachfrage ist eher ein wenig verhalten. Wo sehen Sie die Probleme bzw. die Zukunft des österreichischen Weines?
Die Zukunft sehe ich vor allem in den gebietstypischen Rebsorten wie
Riesling, Weißburgunder, Zweigelt, St. Laurent. Diese Rebsorten werden mit dem Weinland Österreich verbunden. Was den Verkauf in Deutschland angeht ist die Lage sehr unterschiedlich. In manchen Regionen haben wir
mit dem Verkauf unserer Weine keinerlei Probleme, in anderen wiederrum tut man sich schwerer. Doch haben wir auch die Erfahrung gemacht, dass die Kunden die wir einmal mit unseren Qualitäten überzeugt haben, recht
schnell an uns binden.
Sie haben bis vor Kurzem den Jahrgang 2001 eingebracht. Wie war der
Verlauf der diesjährigen Ernte? Auf welche Qualitäten können wir uns hoffentlich freuen?

Der Verlauf bis in den Sommer war optimal. Die Trauben waren sehr gesund. Der viele Regen dagegen im September machte uns ein wenig zu schaffen. Der warme und sonnige Oktober brachte uns dennoch wieder
sehr reifes Traubengut, doch geerntet wurde bis zu 20 Tage später wie im Vorjahr. Die Jungweine kündigen schon jetzt sehr fruchtige Weine an, die dem Jahrgang 2000 sehr ähnlich sind.
Welche Faktoren sehen Sie in Ihrem Betrieb als die Wichtigsten an, um Jahr für Jahr Top-Qualitäten zu erzielen?
Mir ist es sehr wichtig, dass wir ein Familienbetrieb bleiben und alles noch überschaubar bleibt. Die Arbeiten im Weinberg, sowie die Traubenausdünnung im August spielen für unseren Betrieb eine große Rolle
. Denn im Weinberg wird der Grundstein jedes Weines gelegt. Im Keller ist mir eine möglichst schonende Verarbeitung des Leseguts sehr wichtig. Mein Motto ist es stehts, den Wein so wenig wie möglich zu bewegen.
Sie nennen auf Ihrer Homepage unter PHILOSOPHIE unter Anderem "eine
frühe Flaschenfüllung". Wo sehen Sie hierbei den Vorteil? Denn meisten wird einem das Gegenteil beigebracht?
Mein Ziel es jedes Jahr die Fruchtigkeit der Weine mit auf die Flasche zu
bringen. Dafür stehen meiner Ansicht auch die guten österreichischen Weine. Dies unterstütze ich unter Anderem durch eine etwas frühere Füllung auf die Flasche.
Welche Vorlieben haben Sie in Sachen Wein. Haben Sie als Top-Winzer Lieblingsweine - oder Erzeuger bzw.. Vorbilder in der weltweiten Weinszene?
Mein persönliches Bestreben ist es stets das Optimum aus der Sorte und der Lage herauszuholen. Die Böden, die Lage und das Gebiet sollen sich im
Wein wieder finden. Ein Vorbild habe ich in diesem Sinne keins. Ich selbst trinke sehr gerne einen guten Barolo aber auch mal einen exotischen Sauvignon Blanc aus Neuseeland oder einen beerig dichten Bordeaux aus
dem Pomerol und dem St. Emilion
Herr Ehmoser, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit Ihren Weinen.
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