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Interview Johann Koller Kürbishof Koller in der
Steiermark
Guten Tag Herr Koller,
erzählen Sie uns wie Sie dazu gekommen sind Kürbiskernöl zu produzieren? Sie sind hauptberuflich Polizist, da liegt das nicht gerade auf der Hand.
Bei uns am Bauernhof wurden ja schon seit ca. 25 Jahre Kürbisse angebaut. Doch halt immer nur für den eigenen Gebrauch. Mein Vater hatte im Nebenerwerb eine gemischte Landwirtschaft
betrieben und sich beim Anbau des Getreides und der Früchte immer daran orientiert, was die anderen vermeintlich größeren Bauern anbauen, wird schon das richtige sein. Durch meinen
Beruf in unserer wunderbaren Bundeshauptstadt Wien, bin ich dann zum intensiveren Anbau des Kürbisses gekommen. Zuerst habe ich das Kürbiskernöl für meine Kollegen nach Wien
mitgenommen und durch das positive Echo haben wir dann recht rasch erweitert und haben zu Hause immer mehr Kürbis angebaut. Dies alles funktioniert
natürlich nur, weil mich meine Eltern immer voll unterstützt haben und während ich nicht zu Hause war, sie die ganze Arbeit zu hause gemacht haben. Diese Unterstützung haben ich auch heute noch durch sie.
Wie muss man sich den Arbeitsablauf binnen eines Jahres vorstellen, wenn man Kürbiskernöl produzieren möchte?
Ende April, Anfang Mai werden die Felder bestellt. Diese müssen zwei oder drei Mal maschinell
und auch teilweise händisch vom Unkraut befreit werden. im Herbst, September oder Oktober, je nach Witterung, werden die Kürbisse mit einer eigens gebauten Erntemaschine geerntet. Dann
werden die Kürbiskerne am Hof gelagert und bei Bedarf wird immer wieder frisches Kürbiskernöl gepresst.
Können Sie uns kurz schildern wie Kürbiskernöl genau hergestellt wird?
Die trockenen Kürbiskerne werden in einer Steinmühle gemahlen. Zu diesen gemahlenen Kernen
kommt etwas frisches reines Wasser und etwas Salz. Diese Masse wird zu einem Brei verrührt. Der Brei kommt dann in eine Röstvorrichtung. In dieser muss der Brei ständig gerührt werden
damit er nicht anbrennt. Nach einiger Zeit erkennt dann der Ölpresser die richtige Konsistenz dieses Breis und dieser kommt dann in eine Presse in der das Kürbiskernöl mit einer Stempelpresse ausgepresst wird.
Vorauf kommt es bei der Produktion von Kernöl hauptsächlich an um letztendlich erstklassige Qualität in der Flasche zu haben?
Gerade unsere lehmigen Böden eignen sich besonders gut für den Kürbisanbau. Sehr wichtig ist,
dass die Kürbisse sehr lange am Feld bleiben, da sich die Kerne immer weiter entwickeln und immer intensiver und ausgeprägter werden. (Wie bei einer Spätlese beim Wein) Natürlich
verfaulen da nebenbei schon sehr viele andere Kürbisse, aber dafür hat man bei den zu erntenden Kürbissen eine viel bessere Qualität. - Nach dem Motte: Wenn man nix gescheites
rein tut, kann auch nichts Gescheites rauskommen. Und dann kommt es auch noch auf die Pressung (Ölmühle) darauf an.
Sie leben in einer kulinarisch sehr interessanten und vielseitigen Region. Doch das war nicht immer
so. Wie haben Sie persönlich den Aufschwung der Steiermark in kulinarischer Hinsicht erlebt? Gab es einzelne Personen die in dieser Richtung viel Pionierarbeit geleistet haben?
Es gab da natürlich Pioniere, z.B.: Zotter Schokolade, in unserer Region. Doch durch die initiative
eines Politikers in unserer Region der sich sehr für die kulinarische Region „steirisches Vulkanland“ einsetzt ist ein Ruck durch unsere Region gegangen. Mittlerweile gibt es schon
zahlreiche kleine bäuerliche Produzenten und kleine Manufakturen in unserer Region die ihre selbst angebauten Rohstoffe zu herrlichste und feinste Delikatessen veredeln. Ich möchte nur
daran erinnern dass wir z.B.: die ersten waren die Kürbiskernpesto gefertigt haben und mittlerweile gibt es schon mehr als hundert Produzenten in der ganzen Steiermark die auch Kürbiskernpesto produzieren.
Bei uns wird Kürbiskernöl oft nur in der kühleren Jahreszeit serviert. Können Sie uns ein paar
Beispiele für den Einsatz von Steirer Kernöl in der Sommerküche nennen?
-) Steirisches Kürbiskernöl kombiniert mit Vanilleeis ist im Moment auch das absolute „must“
bei uns im steirischen Vulkanland. -) Mozzarella mit steirischem Kürbiskernöl und Kürbiskernpesto. -) diverse „Sommersalate“ mit z.B.: heimischen Tomaten, Fisolen, Gurken und Blattsalaten
Kürbiskernöl hat neben dem wunderbaren und unverwechselbaren Geschmack auch
gesundheitliche Vorzüge, die für qualitätsorientierte Konsumenten ebenfalls sehr wichtig sind. Können Sie uns bitte die wichtigsten nennen?
Steirisches Kürbiskernöl ist frei von Cholesterin aber reich an essentiellen, d.h.
lebensnotwendigen Fettsäuren sowie Vitamin E. Es wirkt besonders positiv auf Prostata Erkrankungen. Auch ist es vorbeugend gegen Herz und Kreislauferkrankungen. Weiters schützen
Antioxitantien gegen den Alterungsprozess der Zelle.
Neben Kürbiskernöl produzieren Sie in Ihrem Betrieb auch weitere Kürbis-Spezialitäten. Was
können Sie derzeit Ihrer Kundschaft alles anbieten und mit was können Feinschmecker in nächster Zeit rechnen?
Im Moment gibt es bei uns: echtes steirisches Kürbiskernöl, Kürbisknabberkerne in diversen
Geschmacksrichtungen, Kürbiskernpesto, Kürbischutney, Kürbiskonfitüre, Kürbis süß sauer und Kürbisnudeln. Ab Herbst bieten wir als Convenience Produkte eine Kürbiscremesuppe,
Kürbisgemüse und eine Kürbissauce an. Natürlich sind auch diese Spezialitäten ohne Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker und in reiner Handarbeit gefertigt. Und noch
eine Überraschung haben wir für den Herbst auf Lager, die wir aber noch nicht preisgeben wollen.
Herr Koller, herzlichen Dank für das nette Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit Ihren feinen Produkten.
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